Was Sie unbedingt über Pinsel wissen sollten

Wir verwenden für unser Pinselprogramm nur Naturhaare wie KolinskyRotmarder oder Fehaar von ausgesuchter Qualität und hochwertige Synthetikhaare. Lackreste nehmen dem Haar seine Elastizität und es kann brechen. Pinsel sollten daher regelmäßig mit milder Seife oder Shampoo gereinigt werden. Lackreste müßen sorgfältig - auch aus der Zwinge - ausgewaschen werden. Nach dem gründlichen Spülen die Pinsel zur Spitze hin ausstreifen und die Haare in ihre ursprüngliche Form bringen. Anschließend langsam trocknen lassen. Die Mühe lohnt sich. Ein langes " Pinselleben" ist garantiert.

Erfahrung in der Auswahl der feinsten Rohmaterialen und hochqualifiziertes Personal sind die elementaren Voraussetzungen, um den unterschiedlichen Anforderungen die VergolderRestauratorenKirchenmalerSteinmetzeSchriftenhauerKünstlerHobbymaler und Schüler an die Pinsel stellen, gerecht zu werden. Im Herstellungsprozeß unserer Pinsel kommen nur ausgesuchte und hochwertige Materialien zum Einsatz.

Haare und Borsten
Wir möchten vorab betonen, daß unsere ausgesuchten Haar- und Borstqualitäten nicht von Tieren stammen, die unter die Artenschutzbestimmungen fallen.

Rotmarderhaar
In unseren Rotmarderpinseln kommen nur reine, ausgesuchte Rotmar­derhaare zum Einsatz. Es handelt sich hierbei um das teuerste und wertvollste Naturhaar, das bei der Pinselproduktion Verwendung findet. Dieses Haar hat eine fließende Form, von dünn bis dick und endet in sehr feinen Spitzen. Die größte Spannkraft besitzt der dickste Teil des Haares, der sich bei ca. 40 % der Haarlänge befindet. Dieser Teil wird der Bauch des Haares genannt. Dieser Bauch sollte genau am Zwingenausgang sitzen, damit das Haar die größte Spannkraft entfaltet. Die FeinheitElastizitätFormbeständigkeit und die feinen Spitzen des Rotmarderhaares ermöglichen das Arbeiten für höchste Ansprüche. Das qualitativ hochwertigste Marderhaar stammt vom sibirischen Marder (mustela sibirica), dessen Fell auch „Kolinsky“ genannt wird. Deshalb ist der Kolinskypinsel der hochwertigste Rotmarderpinsel. Der weitaus größte Teil der Rotmarderpinsel wird aus Haaren des asiatischen Wiesel gewonnen.

Torayhaar
Dieses Haar wurde in Japan Mitte der 70er Jahre unter dem Markennamen Toray entwickelt. Es besteht aus haarfeinen Synthetikfasern (Polyamid), die die Struktur des echten Haares nachahmen sollen. In seiner Qualität und Spannkraft entspricht das Torayhaar nahezu dem RotmarderhaarToraypinsel bilden aus diesem Grund eine beachtenswerte Alternative zu Rotmarderpinseln. Sie sind pflegeleichter und widerstandsfähiger gegen Lösungs- und Waschmittel als Pinsel mit Naturhaar und besitzen deshalb auch eine längere Lebensdauer. Gerade im Hobbybereich finden diese Pinsel eine immer größere Verwendung.

Rindshaar
Rindshaare, korrekterweise Rindsohrenhaare, werden von den Ohren der Rinder genommen. Rinder haben in den Ohrmuscheln sehr lange, kräftige Haare. Die Haare besitzen eine ansprechende Elastizität und feine Spitzen, sie werden zur Herstellung von Aquarell- und Ölmalpinseln in guter bis mittlerer Qualität verwendet. Zum Einsatz kommen weiße, braune und schwarze Haare. Die hellen Haarsorten werden auch häufig rotmarderähnlich eingefärbt und als sogenannte Rotmarderimitation angeboten.

Fehhaar
Das Fehaar ist sehr fein, die Haare kommen vom Schweif des russischen und kanadischen Eichhörnchens. Man unterscheidet blaue, kanadische und Kasanfehaare. Fehaare eigen sich unter anderem für die Herstellung hochwertiger FeehaaranschießerAufholzpinselKielpinselAquarellmalpinsel oder Porzellanmalpinsel

Ponyhaar
Diese Haare stammen vom Fell asiatischer Ponys. Das Haar ist sehr fein und weich. Ponyhaar hat wenig Spannkraft und ist deshalb nicht für bes­sere Pinselsorten geeignet. Für einen Schulpinsel bietet es Kindern eine gute und preiswerte Lösung, mit dem Malen zu beginnen. Im Schulbereich neben dem Borstenpinsel der bedeutendste Produktbereich.

Ziegenhaar
Ziegenhaare werden meist von koreanischen oder chinesischen Ziegen genommen und  stammen hauptsächlich von den weichen Partien des Ziegenfells. Da Ziegenhaare etwas kräf­tiger als Ponyhaare sind, verwendet man oft auch eine Mischung aus beiden für die größeren Schulmalpinsel. Auch Kosmetikpinsel, z.B. Puder- oder Rougepinsel werden häufig aus Ziegenhaaren hergestellt.

(Schweine-)Borsten
Inländische Schweineborsten sind nicht mehr zum Herstellen von Pinseln geeignet. Durch die angewandten Zuchtmethoden lassen sich nur wenig Borsten gewinnen, und diese sind darüber hinaus von nur geringer Qualität. Die verwendeten Borsten stammen in der Hauptsache aus China. Während Haare nur eine Spitze haben, spalten sich Borsten auf natürliche Weise in zwei oder drei Spitzen, die sogenannte Fahne. Die Borstenpinsel sind sehr gut für das Malen mit schweren Farben geeignet (z.B. Öl­farben). Man unterscheidet halb-weisse Borsten (sog. falbe Borsten), weisse, extra weiße und naturschwarze Borsten. Die Spannbreite reicht von einfachen Schulqualitäten bis hin zu hochwertigen„Schlußkünstlerpinseln“

Weitere Haarsorten
Iltishaare werden aus den Schweifen des Iltis (eine Marderart) gewonnen. Er kommt sowohl in Rußland, in Zentralasien als auch in Polen vor. Dieses kräftige und elastische Haar verfügt über eine hohe Farbaufnahmekapazität  und wird für gute Ölmalpinsel verwendet.

Pahmihaare sind sehr kräftig und haben feine Spitzen. Diese Haare sind mehr für flache Pinsel geeignet. Es ist durch seine spezielle Färbung charakterisiert, die von hell bis dunkel (schwarz) verläuft.

Tynex ist ein Kunsthaar, das speziell für das Malen mit Acrylfarben geeig­net ist. Diese Nylonpinsel eignen sich auch für Flachpinsel, mit denen sich sehr gut grundieren bzw. lackieren läßt.

Die oben bezeichneten Haare werden zu den unterschiedlichsten Pinselsorten verarbeitet. Neben der Qualität des verwendeten Materials bestimmt auch die Form des Pinsels über seine Einsatzmöglichkeiten. 

Es lassen sich folgende (Grund-)Formen unterscheiden:


Runder Pinsel – in verschiedenen Haarlängen von extra kurz „Retuschierpinsel“ bis extra lang „Liner“ oder Schlepper; für feine, präzise und detaillierte Arbeiten


Verwasch-Pinsel - zum großflächigen Verteilen der Aquarellfarbe (Grundieren). Hier werden häufig auch sog. Kielpinsel verwendet. Diese Pinsel kommen auch in der Seidenmalerei zum Einsatz.


Flacher, sog. Gussow Pinsel - der Pinsel ist flach gedrückt und am Ende stumpf gearbeitet. Man unterscheidet in der Regel Pinsel mit kurzer sichtbaren Haar- bzw. Borstenlänge, sog. „brights“ oder langer Ausführung  „flats“.


Schlußkünstlerpinsel, sog. „interlocked“ - ähnlich dem Gussowpinsel. Hier werden naturkrumme Borsten zu Bündeln verarbeitet und zwei Bündel gegeneinander gestellt in der Zwinge verarbeitet. Dieser Pinsel ist der hochwertigste Künstlerpinsel aus Borste.


Flach, katzenzungenförmiger Pinsel - der Pinsel ist flach gedrückt und hat eine abgerundete, am Ende aber eine leicht spitze Form – zum flächigen, aber auch detaillierten Malen.


Zwiebelform – ähnlich dem katzenzungenförmigen Pinsel, nur mit einer längeren sichtbaren Haarlänge.


Flach, oval - der Pinsel ist flach gedrückt und hat eine vollkommen ovale Form („filberts“).


Abgeschrägt - der Pinsel ist flach gedrückt und verläuft von der einen zur anderen Seite diagonal. 


Fächerförmig - der Pinsel sieht aus wie ein Fächer


Schablonierpinsel - zum Arbeiten mit Schablonen. Der Pinsel ist rund und am Ende stumpf gearbeitet.


Chisel“ – der Pinsel ist meißelförmig gearbeitet. Der deutsche Begriff lautet „geschüsselt“.


Spalter – ein flacher, breiter Pinsel zum Grundieren, Lackieren und Lasieren.


Aus der Zusammenarbeit mit Künstlern, Hobbymalern und anderen Verwendern, in Verbindung mit dem handwerklichen Geschick und der Sorgfalt in der Herstellung, entstehen immer wieder neue Pinselformen für ganz spezifische Anwendungen.

Nützliche Tips zur Reinigung und Pflege:


Unsere Pinsel sind hochwertige Qualitätsprodukte. Damit der Anwender lange Zeit an diesen Produkten Freude hat, sollten unsere Pflege- und Anwendungshinweise beachtet werden.

  • Einen neuen Pinsel vor Gebrauch gut auswaschen, um etwaiges Spitzmittel zu entfernen.
  • Farbe nie im Pinsel trocken werden lassen!
  • Beim Malen mit Ölfarben für jede Grundfarbe je einen Pinsel in verschiedenen Größen bereithalten. Nach dem Malen mit Ölfarben die Farbe mit einem Palettmesser vom Pinsel abstreichen und den Rest mit einem saugenden Lappen entfernen. Die Pinsel sollten mit entsprechendem Pinselreiniger gereinigt werden, dann mit Seife und viel Wasser sorgfältig und gründlich ausgewaschen werden. Wichtig ist, daß die Pinsel nie zu lange den Lösungs­mitteln ausgesetzt werden. 
  • Für das Malen mit Acryl-, Wasser- und Plakatfarben ist es ausreichend die Pinsel einfach mit Wasser gut auszuwaschen. Der Pinsel sollte so lange ausgewaschen werden bis das Waschwasser klar ist. 
  • Die Pinsel keinesfalls im Lösungsmittel oder Wasser stehen lassen. Pinseltöpfchen oder Brushwasher verwenden.
  • Die Pinsel immer im gespitzten Zustand, wenn möglich nach unten hängend, trocknen las­sen. Zum Aufbewahren der Pinsel eignen sich sehr gut Bambusmatten.

Die oben beschriebenen Haarqualitäten bestimmen im wesentlichen die Eigenschaften und die Qualität eines Pinsels. Aber auch die Auswahl der Zwingen und der Stiele charakterisiert die Güte des Produkts. Je höher die Haar- oderBorstenqualität, um so wertvoller ist auch die Aufmachung. Folgende Zwingen (Metallhülsen, die die Haare/Borsten halten) und Stiele kommen zum Einsatz.

Zwingen

Goldzwingen = nahtlose, echt vergoldete Zwingen (18 Karat)
Silberzwingen  = nahtlose, vernickelte Zwingen
Nickelzwingen = vernickelte Zwingen mit Naht

Ausführungen:

  • gelötet (die Naht wird verlötet)
  • ungelötet

Weißblechzwingen = Zwingen aus Blech mit Naht 

  • Ausführungen wie Nickelzwingen

Aluminiumzwingen = Zwingen aus Aluminium nahtlos oder auch mit Naht

  • Aus ökologischen Gründen (z.B. hoher Energiebedarf bei der Erzeugung) nicht empfehlenswert.

Als Besonderheit sind hier noch die sogenannten Kiele zu erwähnen, die an Stelle der Zwingen eingesetzt werden. Man verwendet hierbei Naturkiele (Tauben-, Enten- oder Gänsekiele) bzw. Kunststoffkiele. Eingesetzt werden diese sogenannten „Kielpinsel“ zum Beispiel für die Porzellanmalerei oder auch als sog. Verwaschpinsel für große Oberflächen (z.B. Aquarellmalerei).

Stiele

Die Stiele werden in der Regel aus Holz gefertigt. Die häufigsten Holzarten hierfür sind Birke, Aspe und Fichte, manchmal auch Weiß- und Rotbuche. Tropenhölzer werden nicht eingesetzt.

Bezüglich der Lackierung unterscheidet man:

  • Unlackiert = Unbehandelte, rohe Holzstiele.
  • Getrommelt = Die Lackierung erfolgt im Trommelverfahren, wobei neben sogenannten Trommellacken auch synthetische Wachse eingesetzt werden.
  • Lackiert  = Die Lackierung erfolgt im Tauchverfahren, die Stiele werden nach einer farblosen Grundlackierung mehrfach getaucht, um eine gleichmäßig lackierte Oberfläche zu erhalten. Je öfter ein Stiel lackiert wird, desto höher seine Qualität. Ein Überzugslack schließt den Lackiervorgang ab.

Welches Haar für welche Farben

Entscheidend für den Erfolg beim Malen ist die Verwendung des richtigen Pinsels
Jede Haarqualität hat ihre spezifischen Eigenschaften und Vorteile; sie gibt dem Pinsel seinen einzigartigen Charakter. Letztendlich aber bestimmen auch die Ziele und Anforderungen des Verwenders, welcher Pinsel am besten für eine bestimmte Maltechnik geeignet ist.
Die Verbindung von Farbe, Bindemittel und Grundierung charakterisieren in unterschiedlichem Maß die Besonderheit der einzelnen Maltechniken. Nachstehend im Kurzen einige Farben und ihre Spezifika.

Aquarellfarben:

  • Wasserfarben, bestehend aus feinsten Pigmenten, Pflanzenleim oder Dextrin, sowie Netz- und Feuchthaltemittel. Aquarellmalerei läßt den Malgrund durchscheinen.

Ölfarben:

  • Dickflüssige, pigmenthaltige Farben, die als Bindemittel trocknende Öle enthalten (z.B. Leinöl). Unter Zusatz von Harzen, Bienenwachs und ätherische Ölen entstehen die besonders pastösen Ölfarben für die Ölmalerei

Acrylfarben:

  • Kunststoffarben, die auf nahezu jeder Grundlage haften und sehr schnell trocknen. 

Gouachefarben:

  • Deckende Wasserfarben deren Wirkung der Pastellmalerei ähnlich ist. 

Temperafarben:

  • Temperafarben bestehen aus anorganischen Pigmenten in Emulsionen aus trocknenden Ölen und wässrigen Bindemitteln.

Dispersionsfarben:

  • Wasserverdünnbare Farbe, die nach dem Trocknen wasserunlöslich ist.

Lasuren:

  • Transparenter Anstrichstoff, dessen Basis Kunsstoffdispersionen (Lasurfarben) oder Lacke (Lasurlacke) sind.
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